Mittwoch, 19. Januar 2011

better spaet als never

Zugegeben....es ist etwas her...Mai um genau zu sein...da gabs den letzten Bleintrag fuer euch.

Ein Sorry also an alle die regelmaessig meinen Blog besucht haben und immer wieder enttaeuscht wurden!



Jetzt ist meine Zeit in Ghana auch schon abgelaufen - Zeit fuer einen, auesserst komprimierten, Abschlussbericht - ausfuehrlicher wirds dann wenn ich wieder in Deutschland bin.

Wobei es jetzt schon schwer ist zu sagen was seit Mai alles passiert ist. Lange Zeit war alles beim Alten. Aufregend wurde es erst gegen Ende meines Aufenthalts.

Im Juni verliessen mich zuerst einmal die ganzen anderen Freiwilligen, so dass ich Ghana bzw. zumindest meine gleine Heimatstadt Akim da endlich fuer mich hatte. Anfangs war es gewoehnungsbeduerftig doch allgemein war es schoen endlich mal Ghana allein zu erleben. Man gewoehnt sich doch sehr daran sich mit anderen Europaeern(?) zu umgeben auch wenn man das eigentlich nicht beabsichtigt. In dieser Zeit habe ich viel mit meinem Gastbruder unternommen und ihn nochmal besser kennengelernt. Dann kamen auch bald schon die Ferien und damit war auch mein zweiter von drei SChul-Terms beendet, wie bisher verfliegt die Zeit immernoch viel zu schnell! In den Sommerferien kam dann ein ganzer Rutsch an neuen Freiwilligen aus Deutschland - 15 an der Zahl! Diesesmal kein Mix aus Nationalitaeten sondern nur ein grosses Paket an deutschen Freiwilligen! Schade in Hinsicht auf internationalen Austausch aber deutsche trifft man hier ja sowieso an jeder Ecke! ( Es ist echt unfassbar wieviele deutsche Freiwillige hier sind! Man trifft einen Weissen und die Chancen stehen bei min. 50%, dass er/sie aus Deutschland kommt.) So habe ich auch eine neue Gastschwester bekommen! Wie haben uns von anfang an gut verstanden und genau da war wohl das Problem! Hier began so langsam der aerger. Im Laufe der Zeit wurde meine Gastmutter immer merkwuerdiger und Dinge, die bisher selbstverstaendlich waren wurden zum Problem. Viele haben hier schon frueh eine Eifersucht meiner Gastmutter vermutet...eifersuechtig auf meine neue Gastschwester...denn in Wahrheit war sie vielleicht schon lange in mich verliebt :D. Okay okay...just kidding! Dazu kam noch ein weiteres Problem...das Geld! Je naeher ich dem Ende meines Programs kam umso wichtiger wurde das Geld. Ununterbrochen wurde ich darauf hingewiesen wie teuer es ist einen Freiwilligen zu haben, wie schwer es ist eine Schule zu finanzieren usw. .Allerdings ging es soweit, dass man im Halbdunkel fruehstuecken sollte weil doch der Strom so teuer ist, dass wir selber das Trinkwasser kaufen mussten (das dann teilweise auch wieder ueber die Schulkantine verkauft wurde)...
All das kann man ja auch verstehen , ich glaube sehr wohl, dass es schwer ist eine Schule zu finanzieren usw. Wenn man nebenbei aber das eigene Haus und das Grundstueck renovieren laesst und Unmengen an die Kirche spendet (10 Saecke Zement, Geld UND eine KANZEL sowie einen ALTAR anfertigen lassen) verliert die Aussage "I don't have money' an glaubwuerdigkeit! So blieb am Ende nicht einmal etwas Geld uebrig um meinem Gastbruder seine Schulgebuehren zu zahlen! Dazu muss gesagt werden, dass er die eigentliche Seele der Schule ist (sollte ich je gesagt haben meine Gastmutter sei dies bitte ich diesen Fehler zu entschuldigen ;)). Er erledigt all die wichtigen arbeiten fuer die gnaedige Madame und noch viel wichtiger - er spricht mit den Lehrern, hilft den Kindern und hat den Draht zu den Eltern. Kurz und knapp - ohne ihn wuerde das ganze Konstrukt Elite School ganz schnell zusammenbrechen! Nun wurde er schon zurueckgehalten nach Accra zu gehen und dort zu studieren und hat sich auf das Kompromiss Abendschule eingelassen und dann kurz vor seinen Pruefungen, zu denen er ohne Bezahlung der Gebuehren natuerlich nicht zugelassen wuerde, heisst es 'I don't have money!'. Das von jemandem, der allen Menschen immer praedigt wie wichtig doch Bildung sei - fuer iren eigenen Sohn anscheinend nicht!
Seine gebuehren wurden bezahlt und er konnte seine pruefungen ablegen (ergebnisse stehen noch auch).
Als es auf die SChulferien und damit das Ende meines Projektes zuging kam dann die grosse 'Eifersuchtsszene' (Spass!). Meine Gastschwester war inzwischen in eine andere Gastfamilie gezogen und nach einer wiedermal absurden Szene und einem noch widerspruechigeren Gespraech mit meiner Gastmutter habe ich beschlossen auszuziehen und meine Sachen gepackt. Am vorlezten Schultag wurde uns dann vom Schulleiter mitgeteilt, dass wir beide sofort das Projekt verlassen sollen und ich auch meine Sachen packen und ausziehen soll. Kein Gespraech von Auge zu Auge...nein...man laesst so etwas durch eine dritte Person mitteilen! Sehr schade! So habe ich mir meinen Abschied im Leben nicht vorgestellt! Als ich mich dann verabschieden und mich fuer ihre Gastfreundlichkeit bedanken wollte wurde ich einfach ignoriert. Der versuch mich spaeter noch zu verabschieden wurde nicht direkt abgelehnt, aber die AUssage 'I'm at the hairdresser, you can come here to say goodbye!' ist wohl nicht gerade eine Einladung zu einer friedlichen Verabschiedung.
So endete also meine Zeit in meiner Gastfamilie mit der ich 11, mal gute und mal schlechte, Monate verbracht habe...sehr traurig!
So war dann auch meine ehemalige Gastschwester wieder meine Gastschwester, denn ihre Familie war so nett mich fuer die letzten Wochen aufzunehmen! In diesen paar WOchen habe ich mich hier in Ghana heimischer gefuehlt als je zuvor! Ganz zum trotz der gegen Ende des AUfenthalts natuerlicher Weise aufkommenden Freude auf die Heimreise habe ich mir gewuenscht noch laenger in dieser so wunderbaren Familie zu verbringen. Kay, Anni, Afuhia, Baby Kay und Kofi...so heissen sie...die Personen, die ich als meine Familie in Ghana in Erinnerung behalten werde...in schoener Erinnerung! Auch meine alte Gastfamilie werde ich nicht vergessen, denn einen Freiwilligen fuer ein Jahr in sein Haus aufzunehmen erfordert sicherlich auch eine Menge an Energie, gerade fuer eine Frau nahe der 70. Ganz wichtig natuerlich auch mein Gastbruder Isaac, Boat, CrazyBoy, BoatBaby...dieser junge Mann arbeitet so hart ohne dafuer Anerkennung zu bekommen...hier kann es jetzt also jeder lesen nd wer es nicht glaubt kann sich hier in Ghana selber ein Bild von ihm machen! Von mir aus also ein grosses 'RRESPECT!!'

Seitdem ich dann entgueltig meine Familie verlassen habe toure ich nun etwas durch Ghana bevor ich meinen Heimweg antreten werde.

In diesem Sinne...bis bald!

P.S.: Schaut ich mal folgende Internetseite an! Grossartiges Projekt, dass ich leider erst vor kurzem entdeckt habe! Der wohl friedlichste und liebevollste Ort Ghanas!

http://www.operationhandinhand.nl/engels.htm