Vor langer langer Zeit lebte einmal ein aktiver Blogger in Ghana;)....jaja sorry....dieser Post hat lange auf sich warten lassen und damit habe ich jetzt den Druck auf mich selber erhöht eure Erwartungen auch zu erfüllen. Ich werde mein bestes geben euch nicht zu enttäuschen! Dann werde ich mal die Tasten meines total virusbefallenen Laptops heiß laufen lassen....auf dass mir die Fingerkuppen schmelzen!
Der Saga erster Teil: Mit den Gebrüdern AFS in die Volta Region
Da waren wir nun wieder vereint - die Akim-Gefährten (Akim-Oda, Akim-Manso, Akim-Ansantang), bestehend aus Katja, Marius, Dimi(tri), Sarah und mir, mit dem Rest der übers Land verteilten AFS Freiwilligen. Alle waren wohl auf, alle haben sich gut eingelebt, wunderbar! Los ging es natürlich wieder mit dem üblichen AFS-Rital der Warterei, hierbei dürfen keine Fragen gestellt werden...die Kunst scheint es zu sein alles einfach hinzunehmen und die Zeit dahin fließen zu lassen. Dann ging es endlich los! Wohin? Wie sieht der Plan aus? Gibt es überhaupt einen Plan? Keiner wusste es...also...hinnehmen.
Als wir in der Volta Region ankamen war es bereits dunkel und doch ließ sich am Rande der steilen Bergstraße, die wir gerade erklimmen, das verheißungsvolle Schild „Mountain Paradise“ entziffern, da kam Hoffnung auf! Diese Hoffnung wurde auch bis zu letzt nicht enttäuscht! Angekommen in unserem Mountain Paradise Hostel wurden wir zu unseren Zimmern geführt, die als großes Highlight eine riesige Terrasse direkt am Hang eines Waldes mit Blick auf die Berge zu bieten hatte.
Die nächsten Tage brachten dann aber auch noch ein paar weitere Highlights mit sich. Da wäre zum einen eine Hikingtour durch den tiefsten Wald zu einem kleinen Wasserfall – sehr anstrengend aber auch echt lohnenswert. Einen größeren Wasserfall gab es dann ein paar Tage später zu sehen, wenn ich mich recht entsinne soll es der größte Wasserfall Westafrikas sein. Da konnte ich es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen auch einmal ins Wasser zu springen und die Wucht der stürzenden Wassermassen am eigenen Leib zu erfahren – WOW...was für ein geiles Gefühl unter einem Wasserfall zu stehen! Warum kann ich keinen vor meiner Tür haben für die morgendliche Dusche, danach ist man definitiv wach! Zwischendurch wurde noch ein kleiner Berg (mit deutschem Kreuz auf der Spitze!) bestiegen und mit dem Mountainbike in atemberaubendem Tempo von unserem Hostel ins Tal gefahren. Die Radtour ging dann auch noch weiter aber leider hatte ich beim bergauf fahren mehr Probleme als beim halsbrecherischen Downhill, so dass ich dann den Rest des Weges, wie auch einige andere, im Bus zurück legte. Ziel der Radtour war dann ein Affenreservat in dem wir dann erstmal Affen mit der Hand gefüttert haben! Kurz vor meiner Abreise muss ich da wohl nochmal hin um mir dann einen Affen für zuhause einzupacken ;).
Die Abende wurden dann entweder am mehr oder weniger organisierten Lagerfeuer oder eben auf der wunderschönen Terrasse mit Getränken und Spielen wie „Wer bin ich“ verbracht. Alles in allem war es ein echt schöner Trip und ich denke es war auch nicht das letzte Mal, dass ich die Volta-Region besucht habe.
Zurück in Accra, zurück in unserem Stammhostel, den ersten Trip hinter uns aber die wahre Reise noch vor uns!
Zweiter Teil der Saga: Auf Suche nach Gold an der Küste
Die Gruppe war nun also wieder reduziert auf den wahren Kern, die Akim-Gefährten, so konnten wir dann früh am morgen gleich unser TroTro besteigen und die Reise gen Westen antreten...nächster Halt....Cape Coast!!
Angekommen in Cape Coast ließ sich direkt der Flair dieser wunderschönen Küstenstadt inhalieren.
Die Gebäude, die Luft, die Menschen...alles spiegelt so perfekt das Bild einer kleinen Fischerstadt wieder und das obwohl die Stadt doch so riesig ist. Bereits nach dem ersten Spaziergang durch die Stadt hatte ich das Gefühl die Stadt zu kennen! Dazu weht dann auch noch diese frische Seebrise durch die Straßen...ich habe meine Lieblingsstadt hier in Ghana gefunden. Am nächsten Morgen sind wir dann gleich im Sinne der Earlysbirds ab zum Castle um dort die Fischer zu beobachten. Es war ein wunderschöner Anblick....und für die armen Fischer sicherlich harte Arbeit. Etwas erinnerte mich die Szenerie an einen Familienausflug, die Männer kommen mit Ihren Booten vom Fischen zurück, die Frauen sitzen an Land und sortieren die Fische während die Kinder entweder mit einem einfachen Holzstück im Wasser die kleinen Wellen abreiten oder am Strand Fussball spielen.
Die anschließende Führung durch das Castle war wirklich interessant – besonders die Kerker waren wirklich beängstigend. Glücklicherweise war unserer Führer auch nicht so sehr daran interessiert die Gruppe zusammen zu halten, so hatte ich die Möglichkeit überall herum zu streunen. Am Ende denkt man doch noch ein zweites mal über die Sklaverei und die damit verbundenen Grausamkeiten nach.
Von Cape Coast aus ließ sich dann auch wunderbar der Kakuum-Nationalpark und sein berühmter Canopy-Walkway (mehrere Brücken zwischen den Baumwipfeln) besuchen. Wir haben also ein Taxi gemietet, dass uns an einem Tag nach Kakuum und dannach noch zu einer Straußenfarm und einem Krokodilresort fährt. Der Walkway war super, wenn auch etwas kürzer als erwartet und leider ohne die Sichtung eines einzigen Tieres. Die Straußenfarm an sich war auch nichts besonderes aber was sind das doch für riesige Vögel....mein Gott! Zum Highlight des Tages habe ich dann später noch ein Krokodil gefüttert und auch angefasst! Uns wurde in dem Krokodilsee noch ein Krokodil Namens „Boss“ mit 4 Metern Länge versprochen, dass wir aber leider nie zu Gesicht bekamen.
Der Rest des Tages konnte dann wieder im wunderschönen Cape Coast genossen werden.
Schweren Herzens musste ich dann also auch diesem wunderschönen Ort den Rücken kehren....dort ahnte ich allerdings noch nicht welche Schönheit mich an unserem nächsten Ziel erwartete.
Die TroTro-Fahrt war lang, die TroTro-Fahrt war anstrengend aber an der Green Turtle Lodge angekommen wurden wir sofort für unsere Strapazen entschädigt...der erste Blick auf den traumhaften Strand ließ einen direkt alles andere vergessen! Die gesamte Anlage war so perfekt in die Landschaft eingearbeitet, dass man sich hier einfach nur wohlfühlen kann...hier und da eine kleine Hütte, dort ein kleines Strohhäuschen mit Platz für einige Zelte und in der Mitte eine große Bar, die aus einem alten Schiff gebaut wurde. Hier bleibe ich....hier lebe ich....ich will hier nie wieder weg! Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige dem diese Gedanken hier durch den Kopf schießen. Nach dem einchecken geht es natürlich auch gleich ab ins Wasser...da kommen Heimatgefühle auf...das Meer....der Strand. Die nächsten Tage werden hier also ausgiebig genossen...faulenzen am Strand...stundenlang den feinsandigen Strand entlanglaufen ohne eine Menschenseele zu treffen...Volleyball in der ghanaischen Sonne....Bodyboarden in den Fluten der Goldküste...und den Abend dann mit leckeren Cocktails an der Bar ausklingen lassen. Es war eine verdammt schöne Zeit und auch hier muss ich sagen...ich werde wiederkommen! Vorallem kostet die Nacht in einem Zelt umgerechnet ca. 2,50 €...dazu kommt dann natürlich noch das Essen und die Getränke aber auch das hält sich alles in Grenzen.
Schwierig gestaltete sich dann allerdings die Abreise, was ich schon als Zeichen sehen wollte einfach noch eine weitere Nacht zu bleiben, denn an diesem Ende der Welt gibt es nur ein kleines Dorf und geschätzte 4 TroTros am ganzen Tag. Satte 2 Stunden hat es uns gedauert ein TroTro zu bekommen, da war ein großer Teil der gewonnen Erholung gleich wieder dahin. Und so ließen wir dann die Küste hinter uns....Gold haben wir in Form der Green Turtle Lodge auch gesehen....
Teil 3: Auf Richtung Norden
Nach der Ruhe und Entspannung an der See gab es dann direkt wieder Kontrastprogramm mit Ghanas zweitgrößter Stadt Kumasi. Hier gab es nicht allzuviel zu sehen, hier und da ein bisschen Sightseeing aber das wars dann auch schon. Es ist eine schöne Stadt, gefällt mir besser als Accra weil es irgendwie trotz der Größe nicht ganz so busy ist wie Accra. Glücklicherweise waren wir uns alle einig, dass es nicht viel zu sehen gibt, so konnten wir unsere Tour auch schnell wieder fortsetzen.
Als nächstes standen zum zweiten Mal, nach unserem AFS Trip, ein paar Affen an! Ein kleines Dorf im Dschungel in dem die Menschen mit den Affen leben war also unser nächstes Ziel. Auf dem Weg dorthin habe ich wohl meinen Lieblingssitz im TroTro gefunden – zwischen Fahrer und Beifahrer auf einer Art kleinen Kuppel, natürlich ohne Lehne oder ähnliches! Am Hostel angekommen ging es dann auch gleich unter Führung in das „Affendorf“. Es ist wahr...hier leben wirklich Menschen und Affen auf einem kleinen Fleckchen Erde zusammen! Die Affen lassen sich so leicht füttern und sie sind soo neugierig....einfach nur geil! So ein Affe muss mit nach Hause! Selbst an unserem Hostel konnte man die Affen immer wieder übers Dach rennen oder durch die Bäume hüpfen sehen. Noch nie bin ich Affen so nah gewesen....tolles Erlebnis!
Da wir uns auch hier wieder mitten im Dschungel befanden war es wieder recht schwer ein TroTro zu bekommen, aber als wir es dann geschafft konnte die Reise zum Norden des Landes weitergehen. Vom Dschungel ging es dann wieder in die Zivilisation....
...willkommen in Tamale, der Hauptstadt des Nordens. Ich hätte es ja selber nicht gedacht, aber der Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden des Landes ist hier wirklich sofort zu sehen. Es ist nicht nur, dass der Norden allgemein etwas ärmer ist als der Süden, aber das gesamte Stadtbild ist auf seine Art und Weise anders als die Städte im Süden. Ein großer Unterschied hier auch: die halbe Stadt ist auf zwei Rädern unterwegs...seien sie nun motorisiert oder nicht. Um die Stadt zu besichtigen bleibt allersings vorerst nicht viel Zeit, denn früh am Morgen geht es wieder weiter...ein großes Highlight steht auf dem Zettel...der Mole-Nationalpark!!
Leider umsonst früh aufgestanden! Der Bus fährt nicht! Die Straßen sind zu schlecht! Kleines TroTro mieten? No Way! Streets too bad! Also müssten wir ein großes TroTro mieten...los geht’s...erster Preis: 300 Cedi (150 €)!! Wow...so nicht...am Ende warens dann 120 Cedi für 11 Leute, denn wir haben noch ein älteres Ehepaar aus Amerika aufegegabelt, die den gleichen Weg haben. Grausame Fahrt...jetzt weiß ich was die alle mit den Straßen meinten!!
Wir sind daaa....also ab zur Rezeption...Hey was ist das??...eine Affenmama mit ihrem kleinen am Bauch kreuzt doch glatt unseren Weg! An der Rezeption werde ich nicht gebracuht also mach ich doch gleich mal nen Abstecher zum Wasserloch UUUUNND.....SEHE SOFORT MEINE ERSTEN ELEFANTEN HIER!! Wow unglaublich! Sie sind weit weg...nach 5 Minuten haben sie sich wieder verkrochen, aber ja verdammt ich habe Elefanten gesehen!!
Dank unseres frühen Starts in Tamale waren wir nun auch zeitig in Mole, so dass wir den ganzen Tag damit verbringen konnten uns von den herumstreunenden Tieren (verschiedenste Affen, Warzenschweine...) flashen zu lassen, das Wasserloch zu beobachten oder einfach am Pool abzuhängen. Vorher wurde uns schon von anderen Freiwilligen berichtet, die 3 Tage hier waren und nicht einen Elefanten gesehen haben – Daumendrücken, dass wir mehr Glück haben!
Am Abend ging es dann auf die erste Auto-Safari. Plötzlich hält der Wagen und der Ranger nimmt uns ein paar Meter mit in den Wald...und was gibt es da?? ELEFANTEN!! Gleich 10 oder mehr!! und sie ziehen einfach seelenruhig durch die Gegend, so dass wir Ihnen folgen können bis sie auf einer kleinen Lichtung sind und wir sie in voller Pracht sehen können. Imposante Geschöpfte....wirklich...und dabei so friedlich...die erwarten Wirklich von niemandem etwas Böses!
Auf dem Rest der Safari sehen wir vom Auto aus noch ein paar verschiedene Antilopen, Warzenschweine und Affen.
Am nächsten Tag ging es dann gleich mit einer Walking-Safari weiter. Woher unser unglaubliches Glück kommt weiß wohl keiner, aber es klappte wieder...wieder waren die Elefanten da...baden seelenruhig am Wasserloch...und sogar ein kleiner, verspielter Elefant ist dabei...es heißt also einfach hinsetzen und genießen. Nach ihrem ausgiebigen Bad wollten die Elefanten uns anscheinend nochmal zeigen, dass sie nicht die einzigen Elefanten hier sind, also führeten sie uns zu einer großen Lichtung wo dann plötzlich nochmal 10 oder mehr Elefanten warteten! So viele Elefanten auf einmal hätte ich hier im Leben nicht erwartet! Wir Glückspilze!
Am letzten Tag stand dann noch zum Abschluss eines so schönen Aufenthalts im Mole-Nationalpark noch eine Nacht im Baumhaus an. Wie sich herausstellen sollte ist es blauäugig zu hoffen, dass Regen nicht wiederkommt wenn er einmal gegangen ist! So hatten wir eine lange und nasse Nacht im Baumhaus, die uns allen doch ein paar Kräfte gekostet hat.
Etwas zerknirscht ging es dann also wieder mit einem gemieteten TroTro zurück nach Tamale. Mit dem Fahrer war vorher allerdings auch noch ein Stop in Larabanga vereintbart worden um dort die älteste Moschee des Landes zu besichtigen. Schön die Moschee zu sehen....alles andere rundherum war ein Albtraum! Das ganze Dorf war da...alle waren net und freundlich...BIS...es plötzlich hieß wir sollen doch bezahlen für die Gemeinde usw. ….jeder wollte Geld! Vielleicht ist das dort sogar so, aber wir haben unseren Fahrer für eine Besichtigung dort bezahlt und der muss wissen ob da eine Gebühr fällig wird...das ganze Dorf war also sauer auf uns, stand um den Bus herum und drohte mit der Polizei! Ich denke das die Gangster wohl die jenigen sind, die den Trip für uns „organisiert“ haben. Ich finde es irgendwie immerwieder schade Ghana so zu erleben...einige Menschen sehen in einem wirklich nur das Geld, es sind die Ausnahmen, aber sie werfen so ein schlechtes Bild auf den Ghanaer an sich!
Back in Tamale...und dieses Mal auch um zu bleiben...zumindest etwas.
Abgesehen vom besten Egg+Bread, dass ich hier je gekostet habe, gab es hier aber nur das übliche Sighseeing hier und da. Diese ganze Bewegung auf zwei Rädern hier in Tamale ist aber echt super, warum ist das nur im Süden nicht so verbreitet?
Hier in Tamale enden wir dann auch unsere Reise Richtung Norden und kehren uns dann doch langsam der Heimreise zu....
Teil 4: Ablegen Richtung Heimatgefühle
Nach einem Tag voller TroTro-Fahrten, einer Menge Warterei und einer kleinen Bootsfahrt sind wir pünktlich zum Dinner in Yeji angekommen von wo aus diese Nacht unser Schiff Richtung Süden starten soll. Leider weiß keiner genau ob das Schiff rechtzeitig ankommt und wann wir es dann betreten und können, also hieß es einfach wieder: warten!
Das Schiff kam, Menschenmassen warteten und der Kampf ging los! Ja es war ein Kampf! Ein wahrer Kampf um bloß nicht zu spät auf dem Schiff zu sein! Noch nie hab ich die Menschen hier so gestresst gesehen...und du dazwischen mit deinem riesen Backpack auf dem Rücken...es war eine Qual! Angekommen auf dem Schiff dann der erste Schock...die Leute schlafen hier in Holzkisten an Deck...und wie haben auch geplant draußen zu schlafen...in den Kisten etwa?? Glücklicherweise endete unsere Suche nach einem angenehmeren Platz sehr erfolgreich am anderen Ende des Schiffes...Holzbänke...ein Dach über allem...wunderbar! Eingeteilt ist das Schiff übrigens in 3 Klassen – 3. Klasse, wie auch wir einfach irgendwo an Deck, 2. Klasse in der Dinning-Hall und dann gibt es noch 1-3 Kabinen pro Fahrt. Die sogenannte zweite Klasse würde ich aber niemandem empfehlen, denn der ganze Raum ist einfach vollgestopft mit Menschen, die überall schlafen und tagsüber laufen dann den ganzen Tag lang die guten Nigirian Movies. So waren wir dann also über 48 Stunden auf diesem Schiff und vertrieben uns die Zeit mit Kartenspielen, Lesen oder einfach Rumhängen. Unsere amerikanisches Ehepaar war auch wieder mit von der Partie und genauso wie auch der Kapitän des Schiffes boten sie einem gute Gesprächspartner.
Nachdem das Schiff auf unserer Tour immer weiter mit Yams vollgeladen wurde erreichten wir dann nach langer Zeit auf See unseren Zielhafen in Akosombo. Hier endet also unsere Reise...jeder wird wieder seine Wege gehen...ein paar verbringen noch etwas Zeit in Accra...ich sogar etwas mehr Zeit als mir lieb ist...und alle erinnern wir uns immer wieder gerne an diese wunderschöne Reise!